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Willkommen im Nachhaltigkeitslabor

20.05.2015

© GIZ/photothek. Jeffrey D. Sachs, Sonderberater des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon für die Milleniumsentwicklungsziele auf der Bonn Conference for Global Transformation.

„Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie.“ Jeffrey D. Sachs, Sonderberater des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon für die Millenniumsentwicklungsziele, brachte den Geist der ersten Bonn Conference for Global Transformation auf den Punkt. „Gerade in Zeiten von Klimakatastrophen, Hungersnöten und Kriegen ist nachhaltiges Handeln die einzige mögliche Antwort. Wir brauchen dringend internationalen Austausch, um voneinander zu lernen und die Umsetzung in die Praxis voranzutreiben.“ 700 Teilnehmer aus 70 Ländern taten auf der zweitägigen Konferenz genau das: Sie teilten ihre erfolgreichen Ansätze und Ideen, knüpften weltweite Kontakte und ließen sich von Nachhaltigkeitsprofis inspirieren.

Damit zukünftige Generationen in einer gesunden und gerechten Welt leben können, braucht es Einfälle wie die des Inders Sanjit „Bunker“ Roy, der Frauen aus armen ländlichen Regionen per Zeichensprache zu Solartechnikerinnen ausbildet. Oder die der Kenianerin Su Kahumbu Stephanou, die Tipps zur Kuhhaltung per SMS an Öko-Bauern verschickt. Oder die von Penhleak „Pinkie“ Chan, die auf dem Online-Portal „Open Development Cambodia“ Informationen über kambodschanische Entwicklungs- und Regierungsprojekte für die Bevölkerung so aufbereitet, dass der einfache Bürger sie verstehen und wenn nötig handeln kann.

Wie kann ein globaler Wandel in Richtung Nachhaltigkeit gelingen? „Am wichtigsten ist, dass wir uns füreinander verantwortlich fühlen“, sagte Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises auf der Bonn Conference. „Gleichberechtigung und Gerechtigkeit sind die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft.“

2015 ist das Jahr, in dem die UNO über die neuen Nachhaltigen Entwicklungsziele entscheidet. Diese gelten auch für Industrieländer. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth betonte auf der Konferenz die wichtige Rolle Deutschlands: „So viele Länder schauen zu uns, um herauszufinden, ob und wie Nachhaltigkeit gelingen kann, nicht nur im Energie- und Wirtschaftsbereich. Sie sagen ganz deutlich: Wenn Deutschland das schafft, dann versuchen wir es auch.“

Die ungewöhnlichen Perspektiven aus dem „Nachhaltigkeitslabor“, wie eine Teilnehmerin aus Marokko die Bonn Conference for Global Transformation nannte, nehmen die Teilnehmer mit nach Hause. 2017 wollen sie sich wieder in Bonn treffen – mit neuen Erfahrungen und Ideen im Gepäck.